Die verlegte Bushaltestelle an der Süchtelner Str. in Vorst

Mehr Sicherheit für die Süchtelner Straße

SPD und Grüne regen weitere Maßnahmen an, um den Unfallort von 2016 zu entschärfen. Eine durchgezogene Linie wird es in Kürze geben.

Vorst. Der grauenhafte Unfall auf der Süchtelner Straße in Vorst, bei dem im Mai 2016 die 13-jährige Ewa ums Leben kam, beschäftigt immer noch Politik, Verwaltung und die zuständigen Gremien. Nachdem bereits im Herbst des vergangenen Jahres mit der Verlegung der Bushaltestelle eine erste Maßnahme rasch umgesetzt worden war, um die Unfallstelle zu entschärfen, haken SPD und Grüne nun nach. Sie wollen von der Stadtverwaltung wissen, was als Nächstes zum Tragen kommt.

 

Fraktionsvorsitzender der Grünen

Jürgen Cox (Die Grünen)

Jürgen Cox, Fraktionsvorsitzender der Grünen:„Die Verlagerung der Haltestelle war eine gute Idee. Wie man sieht, entschärft dies die Gefahr beim Ein- und Aussteigen, da ein Überholen an der Stelle fast unmöglich ist. Jetzt sollten aber weitere Maßnahmen folgen.“ Die Kommunalpolitiker hätten diese in Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Kreispolizeibehörde diskutiert und im Bau,- Energie-, Verkehrs- und Umweltausschuss (BEVU) 2016 schon beschlossen.

Das Überqueren des Kreuzungsbereichs Süchtelner/Oedter Straße/Eichenstraße stelle sich nach wie vor für Kinder, Senioren und Radfahrer als gefährlich dar. „Das sind die schwächsten Verkehrsteilnehmer, und die gilt es zu schützen“, betont Cox.

Ursprünglich beschlossen worden sei, dass die Verwaltung in Abstimmung mit den zuständigen Behörden über die Verlegung der Haltestelle hinaus eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 km/h und eine durchgezogene Linie veranlasst. Das ist bisher nicht geschehen. „Dies lässt den Eindruck entstehen, dass die aktuelle Situation für die Verwaltung befriedigend ist und weitere Maßnahmen nicht vorgesehen sind“, heißt es in einem gemeinsamen Antrag von SPD und Grünen an die Adresse der Verwaltung.

Die Idee einer durchgezogenen weißen Linie war seinerzeit von Wolfgang Schouten, Leiter des Tönisvorster Ordnungsamtes, positiv bewertet worden. „Die Strafen, wenn man eine solche Linie überfährt, sind nicht ohne“, sagte er vor einem Jahr im Gespräch mit der WZ. Tatsächlich wird es in Kürze auch zu einer Umsetzung der Maßnahme auf dem ersten Teilstück bis zur Oedter Straße kommen: „Das ist mit dem Landesbetrieb Straßen NRW so abgestimmt.“

stellvertretender Bürgermeister

Uwe Leuchtenberg (SPD)

Uwe Leuchtenberg (SPD), stellvertretender Bürgermeister von Tönisvorst, hebt die Diskussion auf eine parteipolitische Ebene: „Wir haben einen CDU-Bürgermeister, einen von der CDU dominierten Kreis, die CDU stellt jetzt den Ministerpräsidenten. Da dürfte doch über den kurzen Dienstweg einer raschen Umsetzung nichts im Wege stehen.“

 

 

Neben der Gefährdung der Bürger sei nach wie vor auch die Lärmbelästigung in diesem Bereich sehr hoch. „Hier würde man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, wenn man innerorts das Tempo auf 30 oder max. 40 km/h begrenzen würde. Dies ist in Teilen von Viersen und Mönchengladbach bereits geschehen“, so Uwe Leuchtenberg.

Wie Schouten auf WZ-Nachfrage erklärte, werde es aber schwer, dies auf der Süchtelner Straße so umzusetzen. Eine abschließende Stellungnahme des Landesbetriebes stehe allerdings noch aus. Die Verkehrsbelastung dort mit rund 8300 Fahrzeugen täglich sei zuletzt nur geringfügig gestiegen.

Cox und Leuchtenberg sind sich darüber einig, dass es nicht hinnehmbar sei, die Bürger weiter „mit Kleinstmaßnahmen abzuspeisen“. Es könne nicht sein, dass die Vorster jedes Mal mit Unterschriftenlisten – eine solche hatte es nach dem Unfall gegeben – aktiv werden müssten. „Soweit uns bekannt ist, hat bereits ein Bürger wieder mehr als 100 Unterschriften gesammelt“, berichten die beiden Politiker. Sie setzen auch auf eine größere Bürgerbeteiligung. Die Verwaltung und Bürgermeister Thomas Goßen, der dies seinerzeit im Wahlkampf auch versprochen habe, seien hier in der Pflicht.

Der gemeinsame Antrag von SPD und Grünen soll im zuständigen Ausschuss im Oktober diskutiert werden.

Quelle: Werner Dohmen WZ

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