Grüne wollen mehr Ökoflächen

 

Die Grünen in Tönisvorst besinnen sich auf ihre Wurzeln. Im Fachausschuss fordern sie ein Grünflächenkataster, das zeigen soll, welche Flächen ökologisch wertvoll weiterentwickelt werden können.

 

Aus dem Bau- Energie- Verkehr- und Umweltausschuss: Grüne wollen mehr Ökoflächen

Eine „nachhaltige Entwicklung der städtischen Grünflächen“ fordern die Vertreter der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen im Bau-, Energie-, Verkehrs- und Umweltausschuss. So schlagen die Grünen vor, kurzgeschnittene Rasenflächen durch natürliche, artenreiche Wiesen zu ersetzen, Blühstreifen für Insekten zu pflanzen, Gemeinschaftsgärten anzulegen und Paten zu suchen, die die Pflege einer öffentlichen Grünfläche oder eines Pflanzkübels übernehmen möchten.

Auch Bürger und Institutionen wie Kirchen oder Vereine, die unbebaute Flächen besitzen und sich vorstellen können, sie von Ehrenamtlern ökologisch aufwerten oder renaturieren zu lassen, sollen sich laut Antrag der Grünen bei der Stadt melden. Die anderen Fraktionen im Ausschuss stimmen dem Ansinnen zu. Jörg Friedenberg von der Verwaltung verweist darauf, dass es bereits ein Grünflächenkataster gebe. „Allerdings ist das Kataster veraltet und wird zurzeit aktualisiert“, sagt Friedenberg. Es werde wohl ein Jahr dauern, bis die Verwaltung den Politikern ein Kataster vorlegen könne, das auf dem neuesten Stand sei.

Im vorigen Jahr sind die Grünen mit ihrem Antrag gescheitert, die Baumschutzsatzung in Tönisvorst wieder einzuführen. Die Mehrheit der Politiker hielt eine solche Satzung für unnötig. Seit die Baumschutzsatzung in Tönisvorst vor mehr als zehn Jahren außer Kraft gesetzt wurde, kann die Stadt und können die Bürger außerhalb der Vogelbrutzeit Bäume auf ihrem Grundstück fällen, ohne dafür eine Genehmigung beantragen zu müssen.

„Wir sehen eine solche aktuelle Bestandsaufnahme auch als Auftakt, um Projekte anzustoßen“, erklärt Meral Thoms, umweltpolitische Sprecherin der Grünen, den Antrag ihrer Fraktion. Eine systematische Datenerfassung über Lage, Größe und Zustand der städtischen Grünflächen solle zeigen, welche Möglichkeiten es gebe und wo was fehle. „Dass die Aktualisierung ein Jahr dauern soll, kann ich mir nicht vorstellen“, sagt Thoms und fordert einen „Meilenstein“ in sechs Monaten.

Dem stimmt auch Herbert Derksen von der GUT zu und moniert: „Daran sieht man, wie sehr die Stadt den Grünordnungsplan in den vergangenen 20 Jahren hat schleifen lassen. Es sollte zügig überlegt werden, wie das wieder mit Leben gefüllt werden kann.“ Überhaupt habe er eine detailliertere Stellungnahme von der Verwaltung erwartet, als er den Antrag der Grünen gelesen habe. „Was sagt der Landschaftswärter dazu? Wie sieht die Kooperation mit den Landwirten aus? Was ist mit der Ausweisung von Biodiversitätsflächen in Tönisvorst? Welche Pläne gibt es für die Zukunft? Welche Flächen können neu ins Auge gefasst werden?“, fragt der Politiker.

Jörg Friedenberg von der Verwaltung gibt zu bedenken, das Kataster könne nur Flächen erfassen, die der Stadt gehören und sei eine reine Bestandsaufnahme. Bürgermeister  Thomas Goßen schlägt abschließend vor, dass der Umweltausschuss sich mit dem aktualisierten Kataster beschäftigen soll, sobald das vorliege. „Dann sehen wir ja, welche Handlungsoptionen es gibt“, sagt der Bürgermeister.

 

Quelle Rheinische Post vom 06.09.2018 Autorin Stephanie Wickerath

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