Mehr GRÜN für Tönisvorst!

Wahlprogramm für die Legislaturperiode 2020-2025

Natur und Umwelt sind die Grundlagen unseres Lebens. Deshalb müssen Schutz und Schonung in Tönisvorst an vorderster Stelle stehen. Diese Priorität spiegelt sich in unserm Programm wieder.

Wir GRÜNE wollen lebenswerte und nachhaltige Städte. In ihnen sollen alle Menschen gut zusammenleben können. Dazu gehören genügend Freiräume, saubere Luft, bunt gemischte Quartiere und vieles mehr.

Um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen, ist eine Änderung der aktuell praktizierten Stadtentwicklungspolitik notwendig. Vor allem muss im Interesse und unter Beteiligung der Bürger*innen vorausschauender geplant und weniger dem freien Spiel der Investoren überlassen werden.

Wir setzen uns ein für den Erhalt unserer grünen Stadtflächen, Entsiegelung und keine neuen Versiegelungen ohne Mehrwert für die Natur und die Menschen, Wir wollen eine ökologische Aufwertung durch Wiederaufforstung. Unser Ziel ist es, nicht mehr die waldärmste Stadt des Kreises Viersen zu sein.

Wohnen an der Schiene, Generationenübergreifendes Wohnen und Leben, autofreie Siedlungen und innivative Wohnformen wie Tiny Houses oder Cohousing sind nur einige Alternativen zur derzeitigen Stadtplanung. Wir wollen mehr grün und Bäume in der Stadtmitte der beiden Stadtteile.

Das Zentrum von Vorst soll autofrei werden und somit zum Verweilen, Kaufen und Entspannen einladen.

Ökologisches Bauen unter Nutzung erneuerbarer Energiequellen und gesunder Baustoffe soll Standard in Tönisvorst werden. Städtische Gebäude müssen als Plusenergie-Häuser geplant werden.

Neubauten und Neubaugebiete sollen schon in der Bauleitplanung als Ökosiedlungen mit eigener dezentraler, CO2-neutraler Energieerzeugung, unter Verwendung gesunder Baustoffe und Regenwassernutzung konzipiert werden. Die Verpflichtung zu Ausgleichsmaßnahmen müssen streng kontrolliert werden. Hierzu haben wir in Tönisvorst bereits ein Monitoring gefordert.

Die Ausgleichsmaßnahmen müssen so konzipiert werden, dass Wildtiere diese auch naturnah nutzen können. (Mischwald und Biotope).

Immer wieder fallen Straßenbäume allzu schnell der städtischen Säge zum Opfer. Diese Maßnahmen müssen im räumlichen Zusammenhang zu den Bauvorhaben stehen. Wir setzen uns dafür ein, dass es genügend Ersatzpflanzungen für jeden gefällten Baum geben wird.

Zusätzlicher Wohnraum soll weitestgehend durch Lückenschließungen entstehen, ohne Neubaugebiete auf der grünen Wiese ausweisen zu müssen.

Neue Baugebiete am Stadtrand wollen wir auf das absolut Notwendigste beschränken. Hier gibt es aus Sicht der Grünen höchstens einen Bedarf in Vorst. Der Raubbau an unserer schönen Landschaft muss verhindert werden.

Konkret bedeutet das für Tönisvorst:

Vorhandene Bäume stärker zu schützen und städtische Flächen für die Entstehung eines “Bürgerwalds” zur Verfügung zu stellen.

Ausweisung neuer Baugebiete nur noch ohne Schottergärten.

Das Umweltamt der Stadt Tönisvorst muss gestärkt werden. Der Umweltaspekt muss endlich auch in der Verwaltung an erster Stelle stehen. Dazu bedarf es neuer Ideen und weiterer Kompetenzen. Wir fordern mehr Unterstützung und Koordination der umweltpolitischen Maßnahmen vor Ort.

Innovative Konzepte wie beispielsweise das Anlegen eines Bürgerwaldes, Initiativen wie “essbaren Stadt”, wollen wir fördern.

Wir werden das von uns beantragte Grünflächenkataster weiterentwickeln lassen und ein Klimamonitoring einführen.

Die im Eigentum der Stadt Tönisvorst stehenden landwirtschaftlichen Flächen sollen zukünftig möglichst nur noch ökologisch bewirtschaftet werden. Hierfür wollen wir auch eine günstige bis kostenlose Verpachtung der Flächen in Erwägung ziehen.

Über 500 Städte und Gemeinden in Deutschland haben beschlossen, ihre Grünflächen ohne Pestizide – oder wenigstens ohne Glyphosat – zu bewirtschaften. Die Grünen Tönisvorst unterstützen dies und setzen sich dafür ein, dass auch Tönisvorst eine pestizidfreie Gemeinde wird, in der Insekten einen attraktiven Lebensraum finden.

Zu diesem Zweck sollen auch bienen- und insektenfreundliche Blühflächen initiiert werden und Bürger*innen über die Bedeutung von Biodiversität in der Stadt informiert und gleichzeitig Möglichkeiten zum Schutz von Bestäubern wie Bienen und Wildbienen sowie giftfreie Maßnahmen beim Gärtnern aufzeigt werden.

Darüber hinaus wollen wir alle kommunalen Möglichkeiten ausschöpfen (z.B. die Verwendung von Ersatzgeldern), um die Landwirte bei der Pflege von besonders artenreichen Grünflächen, Hecken, Streuobstwiesen, Feuchtwiesen etc. zu unterstützen.

Insbesondere fordern wir ein Streuobstwiesenprogramm, das die Finanzierung einer Anlage oder Erneuerung einer Streuobstwiese im Außenbereich unterstützt. Ähnlich soll eine Heckenprogramm für die Anlage oder Erneuerung von Wallhecken über Ersatzgelder aufgesetzt und finanziert werden.

In Tönisvorst setzen wir uns dafür ein, dass keine zusätzlichen industriellen Stallanlagen in der freien Landschaft mehr genehmigt werden. Dafür wollen wir die Möglichkeiten des §35 BauGB ausschöpfen.

Dagegen unterstützen wir einen Umbau bestehender Stallanlagen zu tiergerechten Ställen (z.B. Außenklimaställen) bei gleichzeitiger Tierzahlreduktion.

Wir fordern, dass die Stadt Tönisvorst hier als Vorbild voran geht und dass in allen öffentlichen Kantinen (Schulen, Kitas, Behörden, etc.) so viel wie möglich regionale und ökologisch produzierte Lebensmittel verwendet werden. Falls es noch nicht ausreichend ökologische Produkte in der Region gibt, soll ein Kriterienkatalog definiert werden, der Nachhaltigkeitskriterien beinhaltet (z.B. Haltung der Tiere, Futtermittel, etc.). Die privaten Großküchen soll die Stadt Tönisvorst zukünftig dahingehend beraten und unterstützen.

Wir Grüne wollen, dass die Stadt Tönisvorst zukünftig als Servicedienstleister die landwirtschaftlichen Betriebe bei der Regionalvermarktung unterstützt, insbesondere bei der Vernetzung mit Händlern sowie der Beantragung von Fördermitteln, Marketing und Vertrieb. Dazu soll eine Servicestelle Regionalität eingerichtet werden.

Darüber hinaus fordern wir die Bereitstellung einer Vermarktungsplattform, in der Landwirte und Direktvermarkter ihre Produkte aus der Region anbieten können. Wichtige Informationen über die Haltung der Tiere, Futtermittel, Schlachtung und sonstige ökologische Systemdienstleistungen sollten dort mit aufgenommen werden können.

Wir wollen mehr Nachhaltigkeit in Tönisvorst verankern. Wir setzen uns für weniger Plastik und ein verstärktes Mehrwegkonzept in Verpackung und Konsum ein. Hierzu müssen Anreize für Unternehmer*innen geschaffen werden. Nachhaltiges Handeln vor Ort muss belohnt werden.

Wir setzen uns für die Belebung der Innenstädte, (z.B. durch neue, alternative Gastronomieangebote und Außengastronomie) ein und fordern neue Konzepte gegen den Leerstand von gewerblichen Räumen.A

Unsere Städte und Gemeinden stecken voller guter Ideen. Wir bringen sie zusammen. Beteiligung vor Ort ist für uns entscheidend. Für mehr echte Mitbestimmung wollen wir auch die Digitalisierung nutzen, z.B. bei der Einbeziehung der Meinung unserer Bürger*innen in Planungsvorhaben.

Die Digitalisierung bietet auch Chancen für die öffentlichen Verwaltungen. Wir wollen diese zielgenau nutzen, um den Service für BürgerInnen zu verbessern.

Wir setzen uns dafür ein, dass der Netzausbau weiter vorangetrieben wird und eine bessere Informationspolitik seitens der Verwaltung betrieben wird.

Wir wollen, dass die unterversorgten Außenbezirke in Tönisvorst schnellstens mit Glasfaser versorgt werden. Aber auch St. Tönis muss an der zukunftsfähigen Netzanbindung per Glasfaser teilhaben.

Wir unterstützen die örtlichen Kulturvereine und setzen uns für ein breiteres Kulturangebot in Tönisvorst ein. Auch Kleinkunst, Open-Air-Veranstaltungen und Straßenkunst wollen wir fördern.

Wir fordern mehr Theaterprojekte in Schulen und Kindergärten. Präventivangebote zu den Themen Mobbing, Cybermobbing, Sexueller Missbrauch, Nachhaltigkeit, Gesundheit, und Gleichstellung sollen bereits in Kindergärten und Grundschulen angeboten werden.

Langfristig ist es unser Ziel, ein „Haus des Bürgers“ den Bürger*innen in Tönisvorst zur Verfügung zu stellen

Wir GRÜNE stehen für eine offene, plurale Gesellschaft, für die Freiheit mit und ohne Religion zu leben. Religion darf niemals Rechtfertigung von Hass und Gewalt, von Ausgrenzung und Herabwürdigung sein. Deshalb unterstützen und fördern wir Initiativen zum interreligiösen Dialog und das gemeinsame konsequente Eintreten gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit.

Einen besonderen Stellenwert hat für uns GRÜNE die Arbeit der Gedenkstätten und Erinnerungskultur und die Erinnerungsarbeit durch das Verlegen der STOLPERSTEINE. Die NS-Gräueltaten dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Wir stellen uns den Rechtspopulisten entgegen, die ihr politisches Geschäft durch Herabwürdigung anderer Menschen betreiben, die öffentliche Debatten verrohen und damit der Gewalt den Weg ebnen.

Diskriminierung aufgrund von Religion, Herkunft oder sexueller Orientierung haben in Tönisvorst keinen Platz.

Wir Grünen setzen uns für eine Willkommenskultur vor Ort ein, die von der gesamten Verwaltung unserer Stadt getragen wird.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die Einwohnermeldeämter und die Sozialämter. Sie unterstützen Neuankommende dabei, sich in der Gemeinde zurecht zu finden. Sie verweisen auf Beratungsstrukturen innerhalb der Verwaltung wie die sozialen Dienste und die Flüchtlingshilfe Tönisvorst. Außerdem bewerben sie das Angebot der Institutionen vor Ort (z.B. Deutschkurse, Integrationskurse etc.) und händigen entsprechende Broschüren in den Herkunftssprachen aus.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass Räume und Orte der Begegnung geschaffen, ausgebaut und gestärkt werden. Unser Dank gilt den vielen ehrenamtlichen Helfer*innen. Sie tragen erheblich zum Gelingen der Integrationsarbeit bei.

Wir setzen uns weiter dafür ein, interkulturelle Veranstaltungen zu fördern und das Ehrenamt zu stärken und unterstützen.

Unser Land braucht die Verkehrswende! Anfangen im Kleinen!

Wir setzen vor Ort auf emissionsarme, vernetzte, bezahlbare und intelligente Mobilität. Bus und Bahn, Fahrrad und Pedelec wollen wir auch zwischen Stadt und Land als gleichwertige, attraktive Alternative zum eigenen Auto etablieren, damit der Umstieg gelingt.

Mehr Bus und Bahn für Tönisvorst!

Wir fördern und unterstützen den Tönisvorster Bürgerbus und danken allen Ehrenamtlern, die dieses Angebot aufrecht halten.

Wir wollen Tönisvorst fußgänger- und radfahrfreundlich gestalten und das Angebot an Bus und Bahn stärken. Wir fordern weiterhin einen Haltepunkt des RE 10 in Benrad und fordern die Verwaltung auf, unser ÖPNV-Angebot besser zu vermarkten.

Wir fördern und unterstützen den Tönisvorster Bürgerbus und danken allen Ehrenamtlern, die dieses Angebot aufrecht halten.

Wir wollen Tönisvorst fußgänger- und radfahrfreundlich gestalten und das Angebot an Bus und Bahn stärken. Wir fordern weiterhin einen Haltepunkt des RE 10 in Benrad und fordern die Verwaltung auf, unser ÖPNV-Angebot besser zu vermarkten.

Wir wollen das Fahrradnetz in Tönisvorst verbessern und ausbauen. Tönisvorst soll sich in den nächsten fünf Jahren zu einer ahrradfreundlichen Stadt entwickeln. Hierzu fordern wir von der Verwaltung eine Zusammenarbeit dem VCD und ADFC unter Einbindung der Tönisvorster Bürger*innen.

Nur eine familien- und kinderfreundliche Stadt ist auch eine zukunftsfähige Stadt!

Das fängt bei der Gestaltung von Orten und Plätzen an, an denen Kinder sicher spielen können. Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden wir weiter mit ortsnahen, guten Kinderbetreuungsangeboten, flexiblen Öffnungszeiten und einer Ausweitung des Ganztagsangebots an Schulen und Kitas vorantreiben.

Besonders Menschen mit Pflege und Unterstützungsbedarf sind auf eine gut zugängliche und abgestimmte gesundheitliche Versorgung vor Ort angewiesen.

Wir brauchen regional organisierte Versorgungsverbünde. Es bedarf flexibler dezentraler Strukturen, die je nach örtlicher Situation die Zusammenarbeit in Primärversorgungspraxen, Krankenhäusern im Stadtteil, Pflegediensten und -einrichtungen sowie Palliativ- und Hospiznetzwerken gewährleisten.

Damit mehr Menschen Freude an Bewegung erleben können, wollen wir die Angebote des Gesundheitssports in Tönisvorst ausbauen. Wir wollen Anreize für die ganze Familie zur Bewegung in der Natur und im städtischen Kontext schaffen.

Deshalb sind unsere Kommune und soziale Netze vor Ort gefragt, Angebote zu

schaffen, die ältere Menschen in ihrer Selbständigkeit unterstützen und die Teilhabe fördern. Dies werden wir in Tönisvorst vorantreiben.

Hierzu gehören Angebote gegen Vereinsamung wie Treffpunkte, Teilhabevergünstigungen bis hin zu aufsuchenden sozialen Angeboten am Wohnort.

Wir setzen uns dafür ein, dass die Teilhabe an Aktivitäten durch Sozialtickets und Vergünstigungen bei Kultur- und Freizeitangeboten ermöglicht und gefördert wird.

Dieses Parteiprogramm wurde am 13.6.2020 von der Mitgliederversammlung der Grünen, Ortsverband Tönisvorst, beschlossen.

Eine PDF-Version können Sie hier herunterladen: